Werke & Projekte Reihungen

Tuch

Tusche, Kohle, Pastell, Tempera auf Papier

110 x 34 cm

2009

Reihungen

Papier auf Holz

Mischtechnik

97 x 39 cm

Reihungen Gressemann Tusche, Kohle, Tempera

Papier auf Holz

Tusche, Kohle, Tempera

95 x 65 cm

Susanne Gressmann malt Reihungen. Es gehört konzeptuell zu ihrem Werk, dass Motive in Reihungen gesetzt ein Bild werden. So vermag sie ihr ästhe- tisches Anliegen, die Vielschichtigkeit von Bewegungen, den Gleichklang, Wechsel und Stillstand, die Verflechtung, Verbindungen und Wiederholungen sowie das Zusammentreffen von Bewegungen darzustellen. Ihr künstlerisches Interesse ist sehr vielmehr inhaltlich als formal ausgerichtet. Es geht ihr nicht vorrangig um die bildhafte Darstellung von Bewegungsabläufen. Sie bearbeitet mit dem Thema Bewegung inhaltlich auch das Phänomen der Zeitlichkeit und der Veränderung, das Verhältnis des Fragments zum Ganzen. Für sie vollziehen sich Veränderungen in einem „Zauber des Kreislaufs“, in dessen Wiederholung sich Unendliches darstellt. Das Gleiche ist nie das Gleiche und gerade in der Unterscheidung zeigt sich Einmaligkeit.

Bewegung als Zeitlichkeit und Veränderung beinhaltet notwendig Erinnerung. So kommt zu den philosophischen Grundthemen in ihrem Werk auch ein ex- istentieller Aspekt hinzu: Bilder machen, um Beobachtungen, Gedanken und Erlebtes zu gestalten und auf eine andere Ebene zu transformieren.

Susanne Gressmann arbeitet ausschließlich auf Papier mit Kohle, Pastell, Tusche und reinen Farbpigmenten. Die formale Arbeitsweise der flüchtigen Notation entspricht in der Leichtigkeit des Vorläufigen dem Inhaltlichen ihrer künstlerischen Themenerarbeitung: der flüchtigen Bewegung.

Die Motive ihrer Arbeiten sind teilweise aus der Natur entnommen, doch nicht mimetisch abgebildet. Die abstrakten Figurationen erscheinen irgendwie schon immer bekannt und sind im Bildraum geheimnisvoll miteinander verknüpft. Bisweilen sind die Bilder im Bild herausgestellt; verwunderlich, dass so unter- schiedliche Bildszenen im Gesamtbild doch ruhig und einheitlich erscheinen. Auch lässt der zurückhaltende Farbductus das grafische Element hervortreten, ein Formelement, dem eine inhaltliche Funktion zukommt: Die vergängliche Be- wegung soll im Bild als Erinnerung präsent sein. Damit bleibt das Bild, was es ist, die künstlerische Auseinandersetzung mit Welt und menschlicher Existenz.

 

Erich Witschke