Ørtung – Landschaft als imaginäres Bezugsfeld

Ørtung – Landschaft als imaginäres Bezugsfeld

8 – 10. November 2019

Produzentengalerie Studio 27

Mit meinen Arbeiten versuche ich den Prozess des Sehvermögens zu ermitteln und setze mich mit inneren und äußeren Orten auseinander.

Erinnerungen sind nicht immer stabile Konstanten, sie rücken näher, zum Greifen nah nur um dann wieder in der Ferne zu verschwimmen.

Der Focus ist manches Mal sehr nah, vergrößert gleich einer Makroaufnahme. Manche Details verdeutlichen den großen gefühlten Gesamteindruck der vorgestellten Landschaft besser als eine genaue Darstellung.

Mit Nähe kann eine körperliche wie psychische Präsenz gemeint sein. Dies drücken zum Beispiel die folgenden gebräuchlichen Wortwendungen aus: „Etwas rückt mir nah“, “Etwas ist mir nah“ oder “Nähe schätzen“. Nähe beschreibt auch die gefühlte Entfernung des Abstandes.

So stellen sich die Fragen :
Was rückt mir nah? Wie kann ich eine körperliche und psychische Nähe zu einem Landschaftseindruck darstellen? Wie kann der Körper einer Landschaft aussehen? Was für eine Beschaffenheit hätte er?

Im Gegensatz dazu ist die Ferne weniger deutlicher, sie ist schwer sich näher heran zu holen. Die Abfolge der Linien und die Räumlichkeit der Landschaft, erschließen sich dem Betrachter besser mit Abstand. Der Fokus alterniert zwischen Nähe und Ferne. Durch die wechselnden Perspektiven entstehen Verschiebungen.

Die Arbeiten konzentrieren sich nicht auf einen Blick, sondern auf die Suche danach. Es scheint viele Möglichkeiten, vielleicht sogar Antworten, zu geben.

Die oft verwendeten Papierlagen oder dargestellten Aufschichtungen versuchen dem prozesshaften Charakter einer Erinnerung gerecht zu werden. Wie Überschreibungen wirken die übereinander liegenden Zeichnungen. Der Rhythmus der Linien ist das Mittel der Annäherungen. Sie gleichen einer inneren Karte oder dem Blick aus der Vogelperspektive

Es geht um die Aneignung der Beschreibung einer Sicht auf eine Landschaft.

Hamburg den 4.10.2019

Susanne Gressmann

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